25.10.2017

ungeeignete Kennzahlen

Wer eine neue Entlohnung auf Basis von Kennzahlen einführen will, hat im Prinzip die richtige Entscheidung getroffen. Vorausgesetzt natürlich, daß die Veränderung der Kennzahlen auch einen wirtschaftliche Vorteil bringt. In einigen Prämienmodellen hat man diesen zweiten Satz außer acht gelassen. Da wird dann munter der Umsatz honoriert oder auch mal die Anwesenheit.

Manche glauben dann, daß es besser wäre, „fertigungsnahe“ Kennzahlen zu honorieren. Und dann liest man als lohnrelevante Kennzahlen wie Durchlaufzeit, Termintreue und Qualität. Bei Termintreue wird die Prämie immer größer, je früher der Auftrag fertig wird, bei Qualität steigt die Prämie mit zunehmender Qualität. Beides aber ist falsch. Auch zu früh gelieferte Aufträge sind unpünktlich, man stelle sich nur mal ein Flughafen vor, auf dem alle Flugzeuge eine Stunde oder einen halben Tag früher als auf dem Ticket vermerkt starten. Auch bessere, als die vom Kunden geforderte oder festgelegte, Qualität ist Verschwendung. Und schlechtere Qualität sollte eigentlich gar keine Prämie bringen. Noch übler ist es bei Thema Durchlaufzeit. Diese ist prozeßabhängig, der einzelne Mitarbeiter hat darauf keinen Einfluß und sollte auch keinen haben. Eine definierte Durchlaufzeit einzuhalten, einen Termin einzuhalten, anwesend zu sein oder auch die geforderte Qualität zu liefern sind keine echten Leistungen, die zusätzlich honoriert gehören oder honoriert werden dürfen. Sie sind entweder nicht beeinflußbar oder eine Selbstverständlichkeit, die es bei Abweichung wieder anzustreben gilt.  Nicht aber durch Prämien

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